Hilfe - mein Kind hat Läuse!

 

Der Alptraum aller Mütter schlägt pünktlich nach fast jeden Ferien in Kindergärten und Schulen zu. Läuse - die häufigste parasitäre Erkrankung in unseren Breiten strapaziert das Nervenkostüm von Eltern, Erzieherinnen und Lehrern oft bis zum Äußersten. Wir möchten Ihnen mit diesem Infoblatt helfen, die Hintergründe zu verstehen um so schneller mit den kleinen Plagegeistern fertig zu werden.

 

Vorurteile taugen nichts.

Um zuerst mit einem weitverbreiteten Vorurteil aufzuräumen: Läuse kann jeder bekommen, völlig unabhängig vom Standard der persönlichen Hygiene. Ob man die Tierchen dann aber wieder los wird, darauf hat man selbst einen erheblichen Einfluss. Die Ansteckung erfolgt in erster Linie wenn Menschen die Köpfe nahe genug zusammen-stecken. Aber auch durch gemeinsam benützte Gegenstände, wie z.B. Polstermöbel, Kissen, Kämme, Kuscheltiere, Autositze, Handtücher und Bettwäsche kann es zur Übertragung kommen.

 

Läuse erkennen ...

Ein ständiges Jucken und sich kratzen an der Kopfhaut sollte mißtrauisch machen. Mit bloßem Auge oder mit der Lupe erkennt man dann etwa 3 mm lange graue oder hellbraune Insekten mit 6 Beinen, die über die Kopfhaut krabbeln (Läuse springen nicht!). Lauseier (Nissen) sind etwa 1mm große helle Verdickungen in der Nähe der Kopfhaut. Sie haften fest am Haarschaft und sind nur mit Hilfe eines speziellen Nissenkammes zu entfernen. Läuse und Nissen finden sich verstärkt im Schläfen-, Ohren- und Nackenbereich. Aus diesen Nissen schlüpfen nach 7 - 10 Tagen Larven. Zu diesem Zeitpunkt sollte deshalb auch nochmals eine Nachbehandlung erfolgen.

 

... und konsequent behandeln.

Die Behandlung sollte schnellstmöglich beginnen. Wir empfehlen inzwischen ein Permethrin-haltiges Präparat, da dieser Wirkstoff nach derzeitigem Wissensstand am wirksamsten und verträglichsten ist und aus diesem Grund auch von der WHO favorisiert wird. Halten Sie sich bitte unbedingt genau an die in der Packungsbeilage beschriebene Vorgehensweise.Das frisch gewaschene und fast trocken frottierte Haar wird gut mit der Lösung getränkt (bei langem Haar strähnenweise von der Spitze zur Wurzel). Die Lösung sollte dann 30 - 40 Minuten einwirken und danach mit warmem Wasser ausgespült werden. Die Haare werden anschließend mit einem frischen Handtuch abgetrocknet und 3 - 4 Tage nicht gewaschen. Entfernen Sie direkt nach der Anwendung und dann alle 2 Tage die noch am Haarschaft haftenden Nissen unbedingt mit einem Nissenkamm! Um ganz sicher zu sein, empfehlen wir die Behandlung nach 8 - 10 Tagen in jedem Fall zu wiederholen.

 

Nicht zu vergessen - das Umfeld:

Eine Kontrolle aller Kontaktpersonen im familiären Bereich sowie in Kindergemeinschaften ist unbedingt erforderlich. Informieren Sie bitte unbedingt Erzieherinnen sowie Lehrer und lassen Sie die Kinder bis zur definitiven Lausfreiheit wenn irgendwie möglich zuhause. Handtücher, Bettwäsche und Bettlaken müssen nach durchgeführter Infectopedicul Behandlung komplett ausgewechselt werden. Kleidungsstücke Kopfkissenbezüge und Handtücher sollten (sofern möglich) bei 60°C gewaschen und täglich gewechselt werden. Achten Sie besonders auf den Hals-/ Kragenbereich. Diesen gerade bei Webpelz- oder Fleeceeinsätzen vorher ggf. absaugen. Vergessen Sie auch den Autositz nicht! Polstermöbel, Kissen, Badematten und Böden müssen bis zur Lausfreiheit in kurzen Abständen gründlich mit dem Staubsauger abgesaugt werden. Stofftiere können 2 Tage bei -20°C eingefroren werden.

Erst wenn die Umgebung frei von Läusen ist, wird auch die Behandlung dauerhaft erfolgreich sein.